Klosterbergschule


Datum/Zeit
08.04.2019
Ganztägig

Veranstaltungsort
Friedensplatz 13
99438 Bad Berka
Deutschland


Bereits im letzten Jahr waren wir mit unserem Projekt zu Besuch am Humboldt-Gymnasium in Weimar und der Klosterbergschule in Bad Berka. Nach den tollen Workshops folgte für das Jahr 2019 gleich eine Einladung für eine ganze Woche. Mit insgesamt vier achten und einer neunten Klasse standen fünf Tage lang die Gefahren im Netz, insbesondere im Zusammenhang mit den sozialen Netzwerken, im Kern der Diskussionen.

Social-Media-Kanäle, wie Instagram und Facebook, haben längst den Alltag der Jugendlichen durchdrungen und wirken ungemein auf deren Erfahrungswelt. Umso wichtiger ist es die notwendigen Kompetenzen im Umgang mit den Inhalten, die täglich im News Feed erscheinen, zu vermitteln. Im interaktiven Seminar wurde zunächst ein Bewusstsein für die algorithmischen, rein kommerziellen Selektionsprozesse durch Suchmaschinen und den Social Network Services geschaffen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren dabei, wie die Analyse des Nutzerverhaltens, durch Auswertung der besuchten Webseiten, aufgerufenen Produkten oder gespielten Online-Games, eine virtuelle Realität „nach ihren Wünschen“ schafft.

Was dabei entsteht, wird als „Filterbubble“ bezeichnet. Filterblasen generieren, basierend auf den verfügbaren Informationen eines Users, eine (virtuelle) Realität gefüllt mit Informationen, die mit den bisherigen Ansichten des Benutzers übereinstimmen – woraus eine Isolation gegenüber konträren Meinungen resultiert. Dieser Vorgang ist nicht nur schädlich für den Einzelnen, indem nur Inhalte abgebildet werden, die dem Selbstinteresse gleichen, sondern sie können auch ein stark verzerrtes gesellschaftliches Stimmungsbild verursachen.

Nachdem wir zu Beginn des Workshops die Bedeutung der persönlichen Datenfreigabe diskutierten, erkannten die Schüler*innen schnell, dass sie der Entstehung von geschlossenen Filterblasen nicht machtlos ausgesetzt sind. Durch die eigenen Nutzerentscheidungen können sie den Selektionsprozess aktiv mitgestalten. Um der Isolation durch Filterblasen zu entgehen, sollte man nicht den Blick vor den Schattenseiten dieser Welt verschließen und immer mal wieder ein paar Klicks auf unbequemen Seiten und Gruppen tätigen. Zudem entwickelten die Schüler*innen Möglichkeiten, anderen, die von dem Phänomen betroffen sind zu helfen und über die Wirkungsweise aufzuklären.

 


Fotos des Workshops: